Chisinau, Soroca, Ukraine

Seit dieser Woche machen wir Krankenbehandlungen in der republik Moldau, in der Hauptstadt Chisinau – und ab morgen in Soroca im Norden, umgeben vom Nistru, der zugleich Grenzfluß zur Ukraine ist.

Gestern hat Aurelia eine aus der Ost-Ukraine geflüchtete Frau mit Kleinkind behandelt. Heute informieren unsere Organisatoren in Soroca auch die dort lebenden flüchtlinge über die Möglichkeit der kostenlosen Krankenbehandlungen.

Die Geschichten, die wir von den Leuten hier über die Situation der von der ukrainischen Armee Bevölkerung in der Ostukraine hören, sind erschütternd.

Die Armee hat alle Häuser mit ihren Gärten und Feldern rund um die Städte zerstört und somit jegliche bäuerliche Nahrungsmittelversorgung zerstört. Unsere Gastgebern hat Kontakt zu einer Frau in Donezk, welche alleine in einem Wohnhaus mit 5 Wohnungen lebt. Alle konnten flüchten, doch bei ihr war der reisepaß abgelaufen und es gibt keine Verwaltung mehr, die ihr einen neuen ausstellen könnte. Sie sitzt schlicht und einfach fest. Es gibt keien Post, keine Bank – ds öffentliche Leben ist zusammengebrochen. auf Eis gelegt. Sie hat einen Job, einen Tag pro Woche in einer Spedition. Das macht pro Monat 40 USD. Einmal pro Tag gibt es eine Autobus-Verbindung in eine andere Stadt, allerdings durch umkämpfte Gebiete.

Es ist schweres Unrecht, daß wir alle die jahrelang andauernden Provokationen der NATO akzeptieren. Es ist schweres Unrecht, was wir EU-Völker durch unsere Regierungen diesen Menschen zumuten. Die milliardenschwere Propagandaindustrie versucht, unser schlechtes Gewissen reinzuwaschen. Auch das ist Unrecht und entbindet uns nicht von der Verantwortung, die jeder einzelne von uns für diese Situation dort trägt.

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